Unser Verein...

...wurde im November 1997 in Halle/S. gegründet und arbeitet auf rein ehrenamtlicher Grundlage. Derzeitig hat er rund 75 größtenteils junge Mitglieder, davon 10 Fördermitglieder. Das wichtigste Projekt des Vereins ist ein Jugendaustausch mit Ufa, der Hauptstadt Baschkortostans (Russische Föderation). Ufa ist die Partnerstadt von Halle. Informationen über weitere Aktivitäten unseres Vereins gibt es unter der Rubrik Projekte und in unserer Internet-Zeitung Baschkirienheute.

Wir treffen uns regelmäßig alle zwei Wochen mittwochs um 20.00 Uhr im Versammlungsraum des Reformhauses in der Großen Klausstr. 11 und freuen uns über jeden, der bei uns mitmachen möchte.

Für Interessierte, potentielle Mitstreiter und Förderer stehen bereit:

Wir bei unserem Vereinswochenende 2016

Geschichtliches

Zu DDR-Zeiten waren Halle (Saale) und Ufa, damals Hauptstadt der Baschkirischen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik (BASSR), Partnerstädte. Beide Städte verband, dass sie Zentren der Chemieindustrie waren. Neben vielen wirtschaftlichen, kulturellen und sonstigen Kontakten gab es auch eine enge Zusammenarbeit zwischen den Universitäten Halle und Ufa, sowie deren FDJ- und Komsomolorganisationen. So fuhren jedes Jahr im Sommer einige Studentenbrigaden mit jeweils 20 Studenten in die Partnerstadt. Der letzte derartige "FDJ-Studentensommer" fand im Sommer 1989 statt.

Dann kam die politische Wende und damit das Ende der staatlichen Förderung. An der Universität Halle hatte sich im Winter 89/90 ein StudentInnenrat gebildet, dessen Mitglieder der Meinung waren, dass so ein Studentenaustausch doch eine bewahrenswerte Sache ist. Sie schafften es, das erste schwierige Jahr 1990 zu überbrücken. Hallenser Studenten waren kaum dafür zu begeistern, in die damalige Sowjetunion zu fahren, war es doch die ersten Ferien nach dem Mauerfall und der Wunsch vieler, Westeuropa zu entdecken. Der Studentenrat schrieb damals eine Reihe von Studentenvertretungen westdeutscher Universitäten an und fragte nach, ob es Interesse an einer Beteiligung an einem Austausch mit Ufa gäbe. Daraufhin meldeten sich die Unis Münster (deren Beteiligung leider nach einem Jahr endete) und der Sprecherrat der Uni Würzburg. Unsere Würzburger Freunde sind bis 1999 dabei geblieben.

Aus finanziellen Gründen kamen 1990 keine baschkirischen Studenten nach Halle. Von 1991 bis 1995 kamen dann jeden Sommer 12 Studenten aus Ufa für 3 Wochen nach Halle und Würzburg. Im August fuhr eine Gruppe deutscher Studenten nach Baschkirien. Anfangs wurde noch in der Studentenbrigade gearbeitet, allerdings nur bis 1994. Dann wurde dies aus organisatorischen Gründen eingestellt.

Im Jahr 1995 wurde der Austausch dann erstmalig als Jugendaustauch durchgeführt. Träger war nun der Friedenskreis Halle e.V.. Im Herbst 1997 beschlossen wir dann einen eigenen Verein zu gründen. 1998 wurde der Austausch gemeinschaftlich mit dem Friedenskreis organisiert. Seit dem Jahr 1999 sind wir selbst verantwortlich.

Zusätzlich zum Jugendaustausch haben wir im Jahr 2001 das Projekt „Baschkirien heute“ ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um eine Internetzeitung, die im Rahmen eines Europäischen Freiwilligendienstes vier Jugendlichen aus Ufa und Halle die Möglichkeit gibt, ein Jahr in der jeweils anderen Stadt zu leben. Mit ihren Artikeln geben die Freiwilligen einen Einblick in die fremde Kultur und ihren Alltag in dem unbekannten Land.

Was wir im Jahr 2000 als „Russendisko“ begonnen haben, ist inzwischen unter dem Namen DURKA zu einer festen Größe im halleschen Kulturkalender geworden. Regelmäßig und in wechselnden halleschen Clubs leisten diese deutsch-russischen Kulturabende mit Lesungen, Ausstellungen, Theater, Bands und anschließender Russendisko einen weiteren Beitrag zur Völkerverständigung.

Seit 2005 bietet unsere russische Schule „Talant“ Kindern, die bereits russische Vorkenntnisse haben, die Möglichkeit auch kyrillisch lesen und schreiben zu lernen. Für die kleinsten Hallenser konnten wir unser Angebot gerade im Jahr 2009 noch einmal deutlich ausbauen. Neben der Patenschaft für den Baschkirischen Spielplatz auf der Peißnitzinsel sind wir mit der Kinderstadt in eine weitere erfolgreiche Kooperation gestartet.

Von der halleschen Freiwilligenagentur wurden wir 2008 mit den Preis für Bürgerengagement ausgezeichnet. Daraufhin kam eine Vereinspatenschaft mit der HWA zustande, die sich seither als sehr fruchtbar erwiesen hat.

Da der Großteil unserer 50 Mitglieder Studenten sind, haben wir immer wieder Nachwuchssorgen. Durch die Bologna-Reform verweilen viele von ihnen nur noch 3-4 Jahre in Halle, um dann die Stadt für ihr weiterführendes Studium wieder zu verlassen. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Studenten, die sich für ein Auslandssemester entscheiden. Obwohl wir diese Internationalisierung des Studiums von ganzem Herzen unterstützen, führt sie doch dazu, dass unsere studentischen Mitglieder immer seltener Zeit finden, sich aktiv an den Vereinsaktivitäten zu beteiligen. Neue Gesichter und Interessierte sind stets willkommen und herzlich eingeladen an unseren Stammtischen teilzuhaben.